Der Gastrointestinaltrakt fasziniert durch die außergewöhnliche Komplexität seiner physiologischen Prozesse. Bereits kleinste molekulare Veränderungen können über längere Zeiträume pathophysiologische Entwicklungen auslösen – mit Auswirkungen nicht nur auf den Magen-Darm-Trakt, sondern auf den gesamten menschlichen Organismus. Schon Hippokrates erkannte die zentrale Bedeutung des Darms für die Gesundheit mit den Worten:
„Alle Krankheiten beginnen im Darm.“

Als Teil der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg steht der Medizincampus Oberfranken für einen modernen, dynamisch wachsenden Standort in Lehre, Forschung und exzellenter klinischer Versorgung. Gerne möchten wir Ihnen unseren „Molekulare Gastroenterologie und Mikrobiom Forschungsbereich“ vorstellen mit den wissenschaftlichen Schwerpunkten Gastroenterologie, GI Onkologie und Stoffwechselerkrankungen.
Die gastrointestinale Onkologie sowie chronisch-entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Leber und des Pankreas zählen zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Eine innovative, patientenzentrierte Versorgung bildet die Grundlage moderner Medizin. Noch entscheidender ist jedoch ein tiefgreifendes Verständnis der zugrunde liegenden Pathophysiologie und der individuellen Risikofaktoren – mit dem Ziel, Prävention, Früherkennung und gezieltes Screening von Risikogruppen zu ermöglichen.
Unter dem Leitgedanken „Prävention vor Therapie“ und „Personalisierte Therapie“ widmet sich unsere Forschungsgruppe zentralen Fragestellungen der molekularen Gastroenterologie und der Mikrobiomforschung. Im Fokus stehen die komplexen Wechselwirkungen zwischen Wirt, Mikrobiom und gastrointestinaler Gesundheit. Dabei untersuchen wir körpereigene molekulare und mikrobielle Mechanismen auf Ebene von DNA, RNA, microRNA und Proteinen sowie deren Dysregulation im Krankheitskontext.
Das Mikrobiom gilt als eines der faszinierendsten und komplexesten Ökosysteme des menschlichen Körpers. Es umfasst eine Vielzahl von Mikroorganismen – darunter Bakterien, Viren, Pilze und Archaeen. Schätzungen zufolge übersteigt die Anzahl mikrobieller Zellen im und auf dem menschlichen Körper die Zahl der körpereigenen Zellen. Das Darmmikrobiom wird heute als eigenständiges „mikrobielles Organ“ verstanden, das maßgeblichen Einfluss auf Entwicklung, Verlauf, Diagnostik und Therapie zahlreicher Erkrankungen – insbesondere gastrointestinaler Krankheiten – nimmt.
Auf den folgenden Seiten erhalten Sie Einblicke in unsere Forschungsschwerpunkte, laufenden Projekte und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Rolle des Mikrobioms in der Gastroenterologie. Darüber hinaus informieren wir Sie über unser Lehrangebot und unsere akademischen Aktivitäten.
Ihr
Prof. Dr. med. Alexander Link
Direktor der Medizinischen Klinik I (Gastroenterologie, GI-Onkologie, Stoffwechselerkrankungen)
Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin und Gastroenterologie
