Allgemeine Pathologie

Das Team am Lehrstuhl für Allgemeine Pathologie stellt sich vor

De sedibus et causis morborum per anatomen indagatis

Als eigentlicher Begründer der modernen Pathologie gilt der italienische Forscher Giovanni Battista Morgagni, der 1761 ein Grundlagenwerk dazu verfasste: „De sedibus et causis morborum per anatomen indagatis” („Vom Sitz und den Ursachen der Krankheiten”).  

Die Pathologie verbindet Biologie und medizinische Grundlagenfächer mit der klinischen Medizin. Sie gilt als Kernfach der diagnostischen Medizin neben der Radiologie und der Labormedizin. Pathologen untersuchen Körpergewebe oder Körperflüssigkeiten daraufhin, ob eine bestimmte Erkrankung, beispielsweise Krebs, vorliegt oder ausgeschlossen werden kann. Das Ziel ihrer Arbeit ist es, eine Diagnose zu stellen und der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt Hinweise für die Therapie zu geben. Die Pathologie ist damit eine Schlüsseldisziplin, zum Beispiel in der personalisierten Krebsmedizin.

Der Pathologe führt nach wie vor Obduktionen durch, der weitaus größte Teil seiner Arbeit besteht jedoch inzwischen darin, Biopsien – also Gewebeproben von lebenden Patienten – unter dem Mikroskop zu analysieren. Denn trotz moderner Labormedizin und hochauflösender, bildgebender Verfahren können auch heute noch viele Erkrankungen nur über eine mikroskopische Untersuchung diagnostiziert werden.

Die Weiterbildung in der Pathologie muss ein sehr breites Spektrum abdecken, denn so gut wie alle klinischen Fächer entnehmen bei ihren Patienten (bisweilen oder regelmäßig) Gewebeproben zur histopathologischen Untersuchung. Pathologen arbeiten somit interdisziplinär und integrativ innerhalb aller medizinischen Fachrichtungen. Oft spezialisieren sich Pathologen während Ihres Berufslebens auf bestimmte Bereiche der Pathologie: beispielsweise auf die gastrointestinale Ppathologie, die Dermatopathologie oder die Lungenpathologie.

Seit der letzten Jahrtausendwende hat die Pathologie einen weiteren, wichtigen Schritt vollzogen: Mit der Sequenzierung des menschlichen Genoms hat die Molekularpathologie an Bedeutung gewonnen. Sie eröffnet neue und umfassende Möglichkeiten in der Diagnostik. Durch die Untersuchung von DNA-Material im erkrankten Gewebe kann die Diagnose vertieft und verfeinert werden, sodaß eine Art „maßgeschneiderte“ Therapie möglich wird. Gerade in der Krebstherapie ist es wichtig, dass Medikamente, die in der Chemotherapie verabreicht werden, „auf den Punkt“ wirken und bösartigen Tumoren ihre Wachstumsgrundlage schnellstmöglich entziehen. Auch beim Nachweis von Erregern – etwa bei der Tuberkulose – kommt die Molekularpathologie ins Spiel.

Und schließlich: In der medizinischen Forschung, etwa in der Krebsforschung, spielen die Pathologen ebenfalls eine wichtige Rolle. Als Mediziner, die krankhaft verändertes Gewebe morphologisch und molekularbiologisch untersuchen, nehmen sie eine Brückenstellung zwischen Grundlagenforschung und klinisch tätigen Ärzten ein. Das zeigt sich in zahlreichen Forschungskooperationen, in denen Pathologen und Kliniker sich optimal ergänzen.
Die Forschungsschwerpunkte am Lehrstuhl für Allgemeine Pathologie liegen in entzündlichen und neoplastischen Veränderungen vor allem im Verdauungstrakt.