Die Forschungsarbeiten des Molekulare Gastroenterologie und Mikrobiom Forschungsbereichs orientieren sich an unseren klinischen Schwerpunkten. Hierzu haben wir Zugang zu umfangreichen Materialbanken, darunter Biopsien, Blut- und Stuhlproben sowie weitere klinische Materialien, und nutzen die Möglichkeiten des IMCO-Labors für zellbiologische, molekularbiologische und bioinformatische Analysen. Im Rahmen unserer wissenschaftlichen Forschung wollen wir innovative Therapieansätze für schwer behandelbare Erkrankungen entwickeln und sind ein verlässlicher Partner für unsere ärztlichen Kollegen bei der Behandlung von Patienten.
Unsere Forschung gliedert sich in mehrere Schlüsselthemen der Gastroenterologie und Mikrobiomforschung, insbesondere:
Wir untersuchen die molekularen Mechanismen entzündlicher Prozesse im Magen und analysieren deren Bedeutung für Krankheitsverlauf und Karzinogenese.
Helicobacter pylori und Karzinogenese
Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf dem Verständnis der chronischen Gastritis im Zusammenhang mit einer Infektion durch Helicobacter pylori. Dieses Bakterium gilt als der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs und ist weltweit Gegenstand intensiver Forschung. Wir sind zudem am Europäischen Helicobacter-Register beteiligt, das klinische und wissenschaftliche Daten zur Verbesserung von Diagnose, Therapie und Prävention zusammenführt.
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MicroRNAs
Ein weiterer Fokus unserer magenbasierten Forschung sind innovative Biomarker insbesondere inflammatorische MicroRNAs, um entzündliche und neoplastische Veränderungen präziser zu charakterisieren. MicroRNAs sind kurze nicht-kodierende RNAs (ca. 21–24 Nukleotide lang), die die Genexpression post-transkriptionell regulieren.
Publikation
Fusobacterium nucleatum und Prognose
Darüber hinaus erforschen wir die klinisch-translationale Rolle von Magenmikrobiom Magenkarzinomen. Insbesondere Fusobacterium nucleatum zeigt eine relevante Assoziation mit dem klinischen Verlauf und stellt einen potenziellen prognostischen Marker dar (siehe Abbildung).
Publikation

Quelle: erstellt mit BioRender.com
Die Rolle des Mikrobioms für Gesundheit, Krankheitsentstehung und Therapie ist bisher nur unzureichend verstanden. Durch die Analyse von Mikrobiomdaten untersuchen wir dessen Einfluss und klinische Relevanz und nutzen die Erkenntnisse in der translationalen Forschung, um sie direkt in patientennahe Anwendungen zu überführen.
Mikrobiom und Mycobiom
Ein Schwerpunkt liegt auf der Prädiktion von Krankheiten anhand mikrobieller Profile sowie auf Interventionen, die den Krankheitsverlauf verbessern können. Wir analysieren, wie das Mikrobiom und Mycobiom (Pilzgemeinschaft) auf verschiedenste Umwelteinflüsse reagieren und wie diese Veränderungen therapeutisch genutzt werden können. Speziell das Mycobiom ist mit verschiedensten Erkrankungen assoziiert und noch recht wenig erforscht.
Publikation
Fäkale Mikrobiomtransplantation
Besondere Beachtung findet die fäkale Mikrobiomtransplantation (FMT) als vielversprechende Therapieoption, insbesondere bei Clostridioides difficile-Infektionen (CDI). Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass diese bei CDI sehr viel erfolgreicher ist als reine Antibiotikagabe. Darüber hinaus zeigen weitere Forschungsdaten, dass eine FMT verschiedenste Krankheitsbilder beeinflussen und zur Therapie der Patienten beitragen kann.
Publikation
Vorhersage von Chirurgische Komplikationen
Bei einem spezifischen Projekt unserer Forschungsgruppe konnten wir zeigen, dass das unbehandelte Mikrobiom vor Darmoperationen Hinweise auf das Risiko von chirurgischen Komplikationen liefern kann, wodurch präventive Strategien entwickelt werden können (siehe Abbildung).
Publikation

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Ein weiterer Forschungsschwerpunkt unserer Gruppe liegt auf Lebererkrankungen, insbesondere Leberzirrhose. Darüber hinaus befassen wir uns mit hepatozellulären Karzinomen, cholangiolären Karzinomen und Pankreaskarzinomen, um molekulare Mechanismen, Biomarker und mikrobiell beeinflusste Krankheitsprozesse besser zu verstehen.
MicroRNAs und Mikrobiom von Gallengang-Stents
Wir analysieren microRNAs und das Mikrobiom von Gallengang-Stents als potenziellen Marker für die frühzeitige Erkennung von Gallengangskarzinomen.
Publikation
Leber-Mikrobiota-Achse
Im Rahmen der LiLife-Studie untersuchen wir die Leber-Mikrobiota-Achse im gesunden Altern, um die Rolle des Mikrobioms und Mycobioms (Pilzgemeinschaft) für die Lebergesundheit und altersbedingte Prozesse zu beleuchten (siehe Abbildung).

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Ein weiteren Forschungsschwerpunkt liegt in Verständnis von chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Dabei stehen die zugrunde liegenden entzündlichen Prozesse im Mittelpunkt, um die Pathophysiologie besser zu verstehen und neue Ansätze für Prävention, Diagnose und Therapie zu entwickeln. In der MiDa-Studie untersuchen wir das Darmmikrobiom als entscheidenden Faktor bei der Modulation dieser Erkrankungen (siehe Abbildung).
Publikation

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Nicht zuletzt beschäftigen wir uns mit molekularen Prozessen bei Patienten mit seltenen Erkrankungen insbesondere dem Lynch-Syndrom und erblichen Polyposis-Syndromen. Ziel unserer Arbeit ist es, genetische und molekulare Mechanismen besser zu verstehen, um Risikostratifizierung, Prävention und personalisierte Therapiestrategien weiterzuentwickeln.
Publikation
Wir bieten unseren Studierenden die Möglichkeit, sich intensiv im wissenschaftlichen Arbeiten weiterzubilden und aktiv an unseren Forschungsprojekten mitzuwirken. Dazu gehören gezielte Angebote zur Durchführung von Doktorarbeiten, in denen die Studierenden systematisch wissenschaftliche Methoden erlernen und ihre Forschungskompetenz gezielt vertiefen können.
Bewerbungen für Doktorarbeiten sind jederzeit herzlich willkommen. Wir bieten unterschiedliche Promotionsthemen an – von klinisch-statistischen Arbeiten bis hin zu bioinformatischer Mikrobiomforschung (Voraussetzung: Semesterpause). Für die Bewerbung senden Sie bitte ein Motivationsschreiben sowie Ihren Lebenslauf per E-Mail (alexander.link@fau.de). Auswahlgespräche finden vierteljährlich oder nach individueller Vereinbarung statt.
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Universitätsklinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie
AG Frau Prof. Dr. Verena Keitel-Anselmino
Prof. Dr. Carola Dröge
Dr. Maria Reich
AG Prof. Dr. Marino Venerito
Dr. Rosa Rosania
AG Prof. Link (in Magdeburg)
Cosima Thon
Noam Hipler
Dr. Katrin Bose
Dr. Robert Jänsch
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Prof. Dr. Dunja Burder
Dr. Sarah Frentzel
Universitätsklinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Diabetologie und Endokrinologie
Prof. Dr. Peter Mertens
Dr. Sabine Brandt
Universitätsklinik für Pneumologie
Prof. Dr. Jens Schreiber
PD Dr. Sabine Stegemann-Koniszewski
Institut für Humangenetik
Prof. Dr. Martin Zenker
Dr. Denny Schanze
Ludwig-Maximilians-Universität München
Medizinischen Klinik II – Gastroenterologie und Hepatologie
Prof. Dr. Christian Schulz
Forschungsnetzwerk für Hereditäre intrahepatische Cholestasen (HiChol)
RP5: Mikrobiom
PD Dr. Imeke Goldschmidt
PD Dr. Marius Vital
Kora Schulze
ENIGMA Study Group
University of Antwerp
Laboratory of Experimental Medicine and Pediatrics
Prof. Dr. Annemieke Smet
Dr. Baptiste Oosterlinck
Lithuanian University of Health Sciences Kaunas
Institute for Digestive Research
Prof. Dr. Juozas Kupcinskas
Prof. Dr. Jurgita Skieceviciene
Dr. Darja Nikitina
University of Oxford
MRC Translational Immune Discovery Unit, John Radcliffe Hospital
Prof. Dr. Jan Bornschein
University of New South Wales
Microbiome Research Centre
Prof. Dr. Georgina Hold