Lehre

Universitäre Ausbildung

Als Lehrstuhl der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist die Klinik für Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie maßgeblich an der medizinischen Ausbildung am Medizincampus Oberfranken beteiligt.

Im Mittelpunkt steht eine praxisorientierte, strukturierte und wissenschaftlich fundierte Lehre, die aktuelle Forschungsergebnisse eng mit der klinischen Praxis verbindet. Ziel ist es, Studierenden ein umfassendes Verständnis der Plastisch-Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie sowie der Handchirurgie zu vermitteln und sie frühzeitig mit den Möglichkeiten moderner rekonstruktiver und mikrochirurgischer Verfahren vertraut zu machen.

Dabei legen wir besonderen Wert auf interaktive Lehrformate, die klinisches Denken fördern und die eigenständige Anwendung erlernter Inhalte im Versorgungsalltag unterstützen.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über unsere Lehrveranstaltungen und Ausbildungsformate.

Vorlesungen

Unsere Klinik ist in zentrale chirurgische Lehrveranstaltungen des klinischen Studienabschnitts eingebunden. Dabei vermitteln wir grundlegende und spezialisierte Inhalte der Plastisch-Rekonstruktiven Chirurgie im Kontext interdisziplinärer Versorgungskonzepte.

Wir beteiligen uns unter anderem an folgenden Vorlesungen:

  • Allgemeine Chirurgie / Unfallchirurgie (6. Semester)
  • Spezielle Chirurgie (7. Semester)
  • Klinische Umweltmedizin mit Schwerpunkt Onkologie

In den Vorlesungen verbinden wir theoretische Grundlagen mit klinischen Fallbeispielen und geben Einblicke in moderne operative Verfahren sowie aktuelle Entwicklungen unseres Fachgebiets.

Seminare

In unseren Seminaren stehen interaktive und praxisnahe Lehrformate im Vordergrund. In kleinen Gruppen werden klinische Fragestellungen vertieft und gemeinsam erarbeitet, wobei besonderer Wert auf Diskussion, klinisches Denken und interdisziplinäre Zusammenhänge gelegt wird.

Zu unserem Seminarangebot gehören unter anderem:

  • Einführung in die Klinische Medizin (EKM)
  • Grundkurs Mikrochirurgie
  • Kolloquium „Humanitäre Plastische Chirurgie in Entwicklungsländern“
  • International Plastic Surgery (inkl. interdisziplinärer Fallkonferenzen und Operationsplanungen via Videokonferenzen)
  • International Plastic Surgery Case Presentation (internationale Fallkonferenzen und wissenschaftlicher Austausch via Videokonferenzen)
  • Lehrvisite der Plastischen, Rekonstruktiven, Ästhetischen und Handchirurgie
  • Aktuelle Publikationspräsentationen
  • Symposium „Experimentelle Methoden und innovative Biomaterialien für die Geweberegeneration der Zukunft“ in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Biomaterialien der Universität Bayreuth

Diese Formate ermöglichen es den Studierenden, frühzeitig wissenschaftliche Inhalte kritisch zu reflektieren und internationale Perspektiven der Plastischen Chirurgie kennenzulernen.

Blockpraktikum Chirurgie

Im Rahmen des Blockpraktikums Chirurgie erhalten Studierende die Möglichkeit, theoretisch erworbenes Wissen unmittelbar in der klinischen Praxis anzuwenden und zu vertiefen.

Unter Anleitung erfahrener Ärztinnen und Ärzte werden grundlegende klinische Fertigkeiten vermittelt. Dazu gehört insbesondere die strukturierte Anamnese, die körperliche Untersuchung sowie die Interpretation diagnostischer Befunde. Die aktive Einbindung in den Stationsalltag fördert klinisches Denken, interprofessionelle Zusammenarbeit und den sicheren Umgang mit Patientinnen und Patienten.

Wahlpflichtfach Plastische und Handchirurgie

Das Wahlpflichtfach bietet eine vertiefte Auseinandersetzung mit zentralen Themen der plastisch-Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie sowie der Handchirurgie.

Neben theoretischen Inhalten steht insbesondere die praktische Ausbildung im Vordergrund. In Kleingruppen und blockweisen Einheiten werden im Skills-Lab mikrochirurgische und plastisch-chirurgische Basisfertigkeiten vermittelt und trainiert.

Schwerpunkte sind unter anderem:

  • Lokale Lappenplastiken
  • Grundlagen der Frakturlehre
  • Plastische Gesichtschirurgie

Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für operative Techniken und deren klinische Anwendung zu entwickeln.

Famulaturen

Im Rahmen von Famulaturen bieten wir Studierenden die Möglichkeit, einen umfassenden Einblick in den klinischen Alltag der Plastischen Chirurgie zu gewinnen.

Durch Bedside Teaching auf Station sowie die Einbindung in den Operationssaal lernen die Studierenden ein breites Spektrum plastisch-chirurgischer Verfahren kennen – von komplexen rekonstruktiven Eingriffen bis hin zu ästhetisch-funktionellen Operationen. Dabei werden sie eng betreut und aktiv in diagnostische und therapeutische Prozesse eingebunden.

Praktisches Jahr

Im Praktischen Jahr (PJ) bieten wir eine umfassende und praxisorientierte Ausbildung mit intensiver Einbindung in den klinischen Alltag.

Die Studierenden nehmen aktiv an Visiten, Fallbesprechungen sowie diagnostischen und therapeutischen Entscheidungsprozessen teil und übernehmen – unter Supervision erfahrener Ärztinnen und Ärzte – schrittweise Verantwortung in der Patientenversorgung. Ziel ist es, klinische Kompetenz, eigenverantwortliches Handeln und chirurgisches Denken nachhaltig auf Station und im OP zu fördern.

Promotionen und wissenschaftliche Arbeiten

Die Klinik bietet vielfältige Möglichkeiten zur Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten und Promotionen. Studierende werden individuell betreut und eng in laufende Forschungsprojekte eingebunden.

Ziel ist es, wissenschaftliches Arbeiten frühzeitig zu fördern und die Verbindung zwischen klinischer Tätigkeit und Forschung erlebbar zu machen. Auch weiterführende akademische Qualifikationen, wie Habilitationen, werden aktiv unterstützt.

Bei Interesse an einer Famulatur oder an der Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit bzw. Promotion, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme per E-Mail unter plastischechirurgie@klinikum-bayreuth.de. Wir bemühen uns, Ihre Anfrage zeitnah zu beantworten.

Humanitäre Plastische Chirurgie

Im Rahmen des Seminars „Humanitäre Plastische Chirurgie in Entwicklungsländern“ werden Studierende mit den globalen Herausforderungen der chirurgischen Versorgung vertraut gemacht.

Mehrere Mitarbeitende unserer Klinik engagieren sich seit vielen Jahren in internationalen Hilfsprojekten, insbesondere in Tansania im Rahmen von Interplast Germany e.V.. Dort werden plastisch-rekonstruktive Operationen bei Patientinnen und Patienten durchgeführt, die andernfalls keinen Zugang zu spezialisierten chirurgischen Behandlungen hätten.

Diese Projekte verbinden medizinische Expertise mit globaler Verantwortung und bieten gleichzeitig wertvolle Einblicke in internationale chirurgische Versorgungssysteme.

Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: https://www.interplast-bayreuth.de